Häufige Herausforderungen bei der Cloud-Migration

Die Migration in die Cloud bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile, bringt jedoch auch eine Reihe von Herausforderungen mit sich, die sorgfältig überwunden werden müssen. Von technischen Schwierigkeiten über sicherheitsbezogene Bedenken bis hin zu Fragen der Integration und Kostenkontrolle: Der Weg in die Cloud ist komplex und erfordert eine gut durchdachte Strategie. Bei der tatsächlichen Umsetzung stoßen Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branche oftmals auf ähnliche Probleme, die den Projekterfolg verzögern oder gefährden können. Im Folgenden werden einige der häufigsten Stolpersteine bei der Cloud-Migration näher betrachtet und erläutert, wie sie entstehen und sich auswirken.

Komplexität der Datenmigration

Legacy-Systeme und Inkompatibilitäten

Viele Unternehmen verfügen über gewachsene IT-Landschaften mit zahlreichen Altsystemen, deren Datenformate oder Schnittstellen nicht einfach mit modernen Cloud-Plattformen kompatibel sind. Die Integration und Migration solcher Legacy-Systeme erfordert detailliertes Fachwissen und gezielte Anpassungen, um Datenkonsistenz und Ausfallsicherheit sicherzustellen. Fehlende Dokumentationen oder proprietäre Formate erhöhen die Komplexität zusätzlich, was die Planung und Durchführung der Migration verlängert und die Risiken erhöht. Oftmals werden manuelle Eingriffe notwendig, um die Übertragung zu ermöglichen, was zu Fehlerquellen und Mehraufwand führen kann.

Downtime und Geschäftskontinuität

Die Übertragung großer Datenmengen in die Cloud kann zu Ausfallzeiten und Unterbrechungen kritischer Geschäftsprozesse führen. Unternehmen stehen hier vor der Herausforderung, Migrationsfenster so zu planen, dass sie mit möglichst wenig Einfluss auf den laufenden Betrieb verbunden sind. Insbesondere bei unternehmenskritischen Anwendungen kann selbst eine kurze Downtime beträchtliche Kosten und Kundenunzufriedenheit verursachen. Daher sind umfassende Tests, ausgefeilte Rollback-Szenarien und eine exakte Abstimmung zwischen IT und Fachbereichen erforderlich, um den Migrationsprozess möglichst reibungslos zu gestalten.

Datenintegrität und Validierung

Ein weiteres zentrales Thema bei der Datenmigration ist die Sicherstellung von Datenintegrität und -vollständigkeit. Nach der Übertragung müssen die Daten auf Konsistenz, Richtigkeit und unversehrten Zustand überprüft werden, um Fehler im laufenden Betrieb auszuschließen. Ohne geeignete Validierungsmechanismen drohen Inkonsistenzen, doppelte Datensätze oder verlorene Informationen, was die Arbeit mit den neuen Systemen erschwert. Gerade in Branchen mit hohen Compliance-Anforderungen ist ein strukturiertes Vorgehen bei der Datenvalidierung unerlässlich, um regulatorische Vorgaben zu erfüllen und Betriebsrisiken zu minimieren.

Sicherheits- und Compliance-Risiken

Mit der Migration in die Cloud stehen Unternehmen häufig vor der Herausforderung, verschiedenste Datenschutzgesetze und branchenspezifische Compliance-Richtlinien einzuhalten. Die Übertragung und Speicherung sensibler Daten in internationalen Rechenzentren kann regulatorische Bedenken auslösen, insbesondere im Hinblick auf die DSGVO oder lokale Vorschriften. Unternehmen müssen deshalb genau wissen, wo und wie ihre Daten gespeichert werden, und entsprechende Verträge mit Cloud-Anbietern abschließen. Fehlerhafte oder fehlende Dokumentationen sowie Unklarheiten beim Standort der Daten können erhebliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Die Cloud-Migration erfordert oft die Anbindung lokaler Systeme und externer Anwendungen über APIs und Schnittstellen. Unterschiedliche Standards, Versionen oder fehlende Dokumentation können dabei zu erheblichen Problemen führen. Nicht jede Schnittstelle ist für die Cloud optimiert oder genügt den Anforderungen an Sicherheit, Performance und Skalierbarkeit. Die Anpassung oder Neuentwicklung von APIs verursacht zusätzlichen Aufwand und birgt Risiken, wenn Fehler im Schnittstellendesign zu Datenverlusten oder Prozessunterbrechungen führen.
Viele Unternehmensapplikationen verfügen über komplexe, oft nicht ausreichend dokumentierte Abhängigkeiten untereinander. Bei einer Migration in die Cloud müssen diese Abhängigkeiten genau identifiziert und berücksichtigt werden, um Funktionsausfälle und unerwartete Nebeneffekte zu vermeiden. Fehlende Transparenz und mangelndes Verständnis führen zu Verzögerungen oder nicht funktionierenden Prozessen nach der Migration. Nur eine gründliche Analyse der bestehenden Architektur und ihrer Verknüpfungen ermöglicht eine erfolgreiche Integration der Anwendungen in die Cloud-Umgebung.
Ein häufiger Stolperstein nach einer (Teil-)Migration in die Cloud ist die Aufrechterhaltung einer konsistenten und synchronisierten Datenbasis zwischen lokalen und cloudbasierten Systemen. Unterschiedliche Aktualisierungsintervalle, zeitliche Verzögerungen und das Risiko von Mehrfachbearbeitungen können zu Inkonsistenzen führen. Besonders in hybriden Szenarien, in denen Daten sowohl on-premises als auch in der Cloud bearbeitet werden können, ist eine ausgereifte Strategie zur Datenreplikation und Konfliktbehandlung notwendig, um die Integrität aller Systeme sicherzustellen.